An diesem besonderen Kraft- und Erholungsort wurde im Jahr 1908 der Herkuleshof zunächst als Jagdhaus errichtet.

 
Nun befindet sich hier der Gasthof Herkuleshof, welcher am Danielsberg auf ca. 960 m Seehöhe an einem kleinen Naturteich liegt.
Seit 1955 ist der Danielsberg mit dem Herkuleshof im Besitz der Familie Viehhauser aus Kleinarl im Pongau.
Der Danielsberg ist ein heiliger Berg mit Tradition seit 6.000 Jahren. Auf seiner Spitze befindet sich die Wallfahrtskirche St. Georg.

Der Herkuleshof und seine Geschichte

Johann Viehhauser

Die ersten Grundbuch-Eintragungen des Herkuleshofes auf dem Danielsberg gehen zurück auf das Jahr 1884, als Paul Bugelnig als Eigentümer des Anwesens erwähnt wurde. Bevor der Besitz im Jahr 1905 vom k.u.k. Hofrat Kaltenegger aus Brixen erworben wurde, waren Franz und Maria Ebner die Eigentümer. Hofrat Kaltenegger war Besitzer der Burg Falkenstein, er renovierte diese und erweiterte sie um den auffälligen Turm.

2000jähriges Moorheil- und Schwimmbad auf dem Gipfel des Danielsberges im Mölltale, Kärnten
Hofrat Kaltenegger erwarb von der Familie Straggonig am Zwenberg 11 eine Quelle, mittels Wasserleitung wurde das Wasser bis zum heutigen Herkuleshof und der Herkuleskeusche geleitet.
Damit war auch erst die Voraussetzung für den Bau des Hauses auf dem Danielsberg geschaffen. Wo sich heute der Teich vor dem Herkuleshof befindet, war damals nur ein feuchtes, schlammiges Moor, dessen Wasser für eine eigentliche Ansiedlung am Berg nicht ausreichte.

Der Herkuleshof wurde in den Jahren 1906 bis 1908 erbaut.

Hotel Herkuleshof am Danielsberg, Mölltal, Kärnten, Speisesaal
Ursprünglich war das Haus nur für private Gäste des Hofrats gebaut worden. Durch die nunmehr neu errichtete Eisenbahn war es den betuchten Gästen der bis dahin beliebten Urlaubsziele der Monarchie, des Gasteinertales und der Gegend um Bad Ischl, möglich, sich in Richtung Süden aufzumachen, was auch der Beginn der kommerziellen Sommerfrische an den Kärntner Seen war. Hofrat Kaltenegger war bei der Eröffnung der Tauernbahn Ehrengast des Kaisers Franz Josefs.
Ehrengrab HR Kaltenegger in Brixen
Hofrat Kaltenegger, der Erbauer und Besitzer des Rathauses von Brixen, ist in einem Ehrengrab der Stadt Brixen beigesetzt.

Der Besitz ging 1912 an seine Tochter Johanna Pejicic über.

Zwischen 1912 und 1936 gab es zehn Besitzer, die aber großteils nicht selbst hier lebten und arbeiteten sondern sich meist vertreten ließen.

Der Vollständigkeit halber seien sie namentlich erwähnt: Johann Golliasch, Alois Swoboda (Fabrikant aus Wien), Josef Barnert, Robert Dombraoski, Familie Emil und Kathrin Jirsch, Familie Josef und Leopoldine Gröbner, Familie Gottfried und Maria Kornher und Familie Josef und Anna Ritz (die auch Mühlenbesitzer am Rieggenbach waren).

Im August 1936 erwarben die Brüder Franz und Wilhelm Alfons Israel Sohn den Herkuleshof, da die beiden jüdischen Kaufleute ihre Geburtsstadt Berlin im Zuge der immer stärker werdenden Repressalien gegen die Jüdische Bevölkerung Deutschland verlassen mußten.

Sofort nach dem Anschluß am 13. März 1938 wurde von Maria Paulitsch ein Arisierungsverfahren in Gang gesetzt und bereits fünf Wochen nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich wurden Maria Paulitsch und Ingeborg Maria Gradmtzer (Tochter der M. Paulitsch aus erster Ehe) als grundbücherliche Besitzer eingetragen.

Franz Sohn ging nach London, um der Deportation zu entgehen, sein Bruder Wilhelm wurde nach Bendorf-Sayn in Rheinland-Pfalz deportiert und dann im Mai 1942 in ein KZ in den Osten deportiert und dort vergast. Im gleichen Jahr wurde Herr Paulitsch wegen schweren Betruges an einem Spittaler Rechtsanwalt zu einer KZ-Strafe verurteilt, aus der er nicht zurückkehrte. Im Zuge des Verfahrens wurde auch seine Frau enteignet.

Mit dem 10. April 1942 scheint dann die NSDAP als Eigentümer auf, von da an bis zum Kriegende wurde der Herkuleshof als Heeresausbildungs- und Erholungslager genutzt. Frau Paulitsch blieb aber bis 1955 die Bewohnerin des Hauses.

1948 übernahm die Republik Österreich das Erbe auf dem Berg und erst 1952 konnten die Besitzverhältnisse endgültig geklärt werden. Die Erbengemeinschaft bestehend aus Franz Sohn, Dieter Sohn und Frieda Lehmann, war schließlich mit 31. Oktober 1952 Besitzer.

Der Herkuleshof wurde im Frühjahr 1955 in den Salzburger Nachrichten zum Verkauf ausgeschrieben und so wurde die Familie Viehhauser, die damals in Kleinarl im Pongau lebte, darauf aufmerksam. Mit dem Zug fuhren Greti und Sepp Viehhauser zum Bahnhof Kolbnitz, wo sie erst einmal den Bahnvorsteher nach dem Herkuleshof fragten, dieser jedoch keine Antwort geben konnte. Dies erschien ihnen schon ein wenig eigenartig, da der Herkuleshof damals noch „Hotel" genannt wurde und über 20 Betten verfügte. Auf die genauere Nachfrage nach dem Danielsberg konnte der gute Mann dann doch noch eine Wegbeschreibung geben und die beiden marschierten - natürlich zu Fuß - dorthin.

 

Josef Viehhauser erinnert sich:

Herkuleshof in den 1970ern
Herkuleshof in den 1970ern
Herkuleshof um 1980 ?

"Nach kurzen Verhandlungen mit der Familie Sohn haben wir, die Greti und ich, den Herkuleshof erworben und sind am 18. Mai 1955 eingezogen. Die Eröffnung feierten wir zu Pfingsten 1955. Wir haben begonnen, mit einigen Reisebüros zusammenzuarbeiten und am 26. Juni. 1955 sind die ersten Pensionsgäste eingetroffen. Im August hatten wir bereits 18 Gäste im Haus, welche sich auch wegen der sehr schönen Lage sehr wohl gefühlt haben. Auch die Einheimischen der näheren Umgebung haben uns fleißig besucht. Nachdem der Fremdenverkehr in den 60er und 70er Jahren ständig zunahm, war es uns möglich, das Haus nach und nach aus- und umzubauen. Die erste Lichtleitung mußte ich noch selbst bauen, genauso Weg und Telefon.

Es ging eigentlich immer alles relativ reibungslos, da uns von den benachbarten Grundbesitzern, mit wenigen Ausnahmen, niemand Schwierigkeiten bereitete. Unterstützung beim Straßenbau und bei der Asphaltierung bekamen wir von der Gemeinde Kolbnitz.

So ist es uns gelungen, mit Unterstützung unserer Kinder und der Hilfe Gottes den Herkuleshof auf dem Danielsberg bis heute zu erhalten."

Gasthof Herkuleshof heute

Der Herkuleshof ist von einem herrlichen Naturpark umgeben, in dem sich himmlische Aussichtsplätze und Ruheorte befinden. Wegen seiner landschaftlichen Pracht, seiner staub- und lärmfreien Lage sowie wegen seiner Abgeschiedenheit von schädlichen Umwelteinflüssen (960 m Seehöhe) wurde der Danielsberg bereits 1972 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Im Herkuleshof werden den Gästen Zimmer in historischem Ambiente mit dem heute nötigen Komfort, verbunden mit der berühmten Kärntner Gemütlichkeit, geboten. Diese Idee spiegelt sich auch im Restaurant und in den dort gebotenen Speisen und Getränken wider. Mit dem Seminarraum wurden auch die Voraussetzungen für die Abhaltung von Seminaren geschaffen, wie sich die Räumlichkeiten im Gasthof Herkuleshof allgemein sehr gut für Familienfeste und Veranstaltungen aller Art eignen.

Josef und Gretl Viehhauser haben fünf Kinder:

Josef jun. und
Anton
sind in Hamburg als Gastronomen tätig
Rupert
hat als einziger das Gastgewerbe verlassen und ist in die Baubranche gewechselt
Marietta
die heute den sehr erfolgreichen Gasthof Scherzer in Möllbrücke leitet
Hannes
er hat nach einer Ausbildung in der Tourismusschule Villach und einigen Lehrjahren in Wien und Sydney - dort hat er auch seinen heutigen Partner und Mitgeschäftsführer Herrn Shane D. Sansom kennengelernt - im Jahr 1999 die Leitung des Herkuleshof übernommen. Er kümmert sich heute hauptsächlich um die Kanzleiarbeit und den Service, während die Küchenleitung in Händen von Herrn Sansom liegt.